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Der "Te Araroa Trail" 3000km zu Fuß durch Neuseeland

Aktualisiert: Feb 14

Ein Wandersteckbrief


  • Te Araroa Bedeutung : “The Long Pathway” was so viel wie “Der lange Weg” bedeutet

  • 3008 km lang ( Stand 2017 )

  • Benötigte Zeit ca 4-6 Monate, je nach Kondition und Fitness

  • kann SoBo (South Bound), also von Süd nach Nord oder NoBo ( North Bound ), von Nord nach Süd gegangen werden.

  • Wer NoBo geht kann Mitte/ Ende September mit der Wanderung beginnen

  • Wer SoBo startet, beginnt je nach aktueller Wetterlage Mitte/Ende Oktober

  • Der Trail kann auch abschnittsweise begangen werden

  • Er ist unterhalb der Baumgrenze relativ gut mit orangen Dreiecken markiert, ( ! Die Marker sind nicht TA spezifisch , daher sollte ein GPS/ Karte als Backup mitgeführt werden). Oberhalb der Baumgrenze werden die Dreiecke durch Eisenpfosten, die an ihrer Spitze orange markiert sind, ersetzt.

  • Ein Ortungsgerät zu tragen ist empfehlenswert

  • Beginnt offiziell am ” Cape Reinga”, dem nördlichsten Punkt der Nordinsel

  • Endet in Bluff, am Boden der Südinsel

  • Trailbeschaffenheit : Sehr oft weglos , uneben, rau, Straßen, matschig,

  • Etliche Bach-/ Flussüberquerungen müssen bewältigt werden

  • Sehr anstrengende, steile, fast vertikale Anstiege und sehr steile Abstiege sind Alltag auf dem Trail

  • Absolute Trittsicherheit , Schwindelfreiheit ist erforderlich

  • Bei Wespenallergie bitte besonders für die Section " Nelsen Lakes" ein Notfallset dabei haben

  • Szenerien : Regenwälder, Sandstrände, Berge, Wiesen, Seen


Benötige Ich ein Visum? Habt ihr eine deutsche Staatsbürgerschaft und möchtet Neuseeland für maximal 3 Monate bereisen möchtet, dann braucht ihr ab dem 01.10.2019 ein eTA. Eine online Travel Authority Application. Die könnt ihr online und vor euer Abreise unter folgendem Link ausfüllen : https://www.newzealandeta.com/?utm_source=google&utm_medium=cpc&gclid=EAIaIQobChMI_7vC_fLJ5QIV0-F3Ch2ZzANWEAAYASAAEgKc0fD_BwE Möchtet ihr länger als 3 Monate bleiben , dann müsst ihr bei der Einreise ein gültiges Visum vorweisen, das über die 3 Monate hinausgeht. Hier kommt das "Visitor Visum" in Frage, Es berechtigt euch Neuseeland für 9 Monate zu erleben, aber nicht dort zu arbeiten. Beantragen könnt ihr das Visum hier: https://www.immigration.govt.nz/new-zealand-visas/apply-for-a-visa/about-visa/visitor-visa Ich würde aus persönlicher Erfahrung empfehlen es mindestens 3 Monate vor Abflug zu beantragen
Der Hinflug
Ich empfehle euch eine Zahnbürste, Unterwäsche und ggf ein zweites T-shirt mit ins Handgepäck zu nehmen, damit für den Fall, das euer Gepäck einen anderen Ort dieser Erde besucht, ihr für die ersten Tage, bis es euch nachfolgt etwas "Frisches" bei euch habt. :) Hinweise zur "Arrival Card". Die "Arrival Card" wird euch auf dem letzten Flug, kurz vor der Ankunft ausgeteilt. Hier werdet ihr nach eurer Nationalität, eurem Grund der Reise, eurem Equipment und Dauer des Aufenthalts gefragt. Es ist absolut zu empfehlen es wahrheitsgemäß auszufüllen, dann bekommt ihr auch keine Probleme bei den Sicherheitskontrollen.

Durch den Flughafen
Man kann sagen, das die neuseeländische Sicherheitspersonal wohlwollend und freundlich ist. Trotzdem hier ein kleiner Hinweis. Achtet kleinlich darauf, das eure Wanderausrüstung und eure Schuhe, auch die ihr tragt, absolut sauber, frei von Erde, Saatgut und sonstigem Dreck ist. Hier verstehen die Beamten sonst keinen Spaß mehr.
Im besten Fall wird euer gesamtes Equipment einer hygienischen Desinfektion unterzogen, die durch aus mal 2-3 h dauern kann. Im schlechtesten Fall ist mit einem sehr hohen Bußgeld zu rechen, das in den vierstelligen Bereich gehen kann.
Neuseeland legt großen Wert auf den Schutz seiner einheimischen Pflanzen und Tierwelt.
Diese soll auch in der Zukunft geschützt werden.

In Auckland angekommen, was nun?
Vielleicht wollt ihr erstmal ankommen und euch akklimatisieren. Das ist in Auckland wunderbar möglich. Wie wäre es mit einem Spaziergang im botanischen Garten oder einem Abstecher auf Waiheke Island, oder doch einen Sprung vom Skytower.
Egal was eure Vorlieben sind, ihr werdet hier sicher fündig.
Wie komme ich an das "Cape Reinga"? Es gibt so einige Möglichkeiten um an die Spitze der Nordinsel zu kommen.
Wer kein Geld ausgeben möchte und flexibel ist, dem kann ich raten sich mal das “Backpaker Board” anzuschauen http://www.backpackerboard.co.nz/ . Eine Seite für Rucksacktouristen. Hier stellen Backpacker ihre Reiseroute vor und bieten sehr häufig, gegen einen geringen Betrag oder manchmal auch um sonst, eine Mitfahrgelegenheit an. Oder ihr klappert die umliegenden Hostels ab, die meist in der Nähe der Rezeption Pinnwände hängen haben, an denen häufig Mitreisende gesucht werden.
Wer nicht mehr erwarten kann und sofort los möchte, kann zwischen diversen Busfirmen wählen ,die alle von Auckland Central Station ( Sky City Bus Terminal, 102 Hobson St, Auckland , direkt hinterm Sky Tower ) in den Norden, auf direktem Wege nach Pahia fahren.
Da wäre z B. der "Intercity " Bus. Die nach meinem Empfinden, in allen Punkten angenehmste Buslinie https://www.intercity.co.nz/ Es gibt noch weitere Linien. Bei Fragen könnt ihr euch in Auckland an das " I -Site" ( so heißt die neuseeländische Touristeninformation ) wenden. Es befindet sich in Auckland direkt am Skytower.

Ihr könnt eure Busreise auch schon von Deutschland aus buchen. Alle Buslinien haben eine App mit der der Buchungsvorgang unkompliziert abgewickelt werden kann. Nur eine Kreditkarte solltet ihr zu Hand haben. Generell ist zu empfehlen sich vor Abreise eine zu besorgen. Tipp: Bucht eure Busreisen mindestens einen Tag vor Abreise, sonst kann es schon mal vorkommen, das alle Plätze belegt sind.


In Pahia angekommen und nun? Ab hier operieren keine Fernbusse mehr, aber es besteht die Möglichkeit die lokalen Bussverbindungen zu nutzen, die täglich , z.T als Schulbusse zwischen Pahia - Kerikeri -Kaitaia pendeln. Kaitaia ist die letze Ortschaft vor dem Cape Reinga, ab hier gibt es keine Möglichkeit mehr mit den öffentlichen Verkehrsmitteln weiter zu reisen. Die verbleibenden, ca 110km bis ans Cape könnt ihr ab hier selber organisieren.

Eine Möglichkeit besteht im "Hitchhiking" oder auch "Trampen" genannt. Hitchhiking ist in Neuseeland sehr einfach, relativ sicher und eine gängige Methode um für umsonst von A nach B zu gelangen. Da es leider auch dort schwarze Schafe unter der Bevölkerung gibt, appelliere ich hier an euren gesunden Menschenverstand.


Wer das nicht möchte, der kann auch von Pahia oder Kaitaia aus Touristenfahrten an das Cape buchen. Z.B in Pahia mit "Great Sights". https://www.greatsights.co.nz/new-zealand-tour-destinations/bay-of-islands/cape-reinga-ninety-mile-beach-tour/ Für ca 80$, inklusive Sandsurfing in den Te Paki Dünen , Lunch und meistens einem Stop am Kaurimusemum werdet ihr bequem an das Cape gefahren. Den Preis solltet ihr vorher nochmal verhandeln, denn ihr braucht ja kein Rückfahrticket.


Tipp: Tätigt eure Einkäufe entweder in Pahia, Kerikeri oder als letzte Möglichkeit in Kaitaia.

Tipp: Wasser am 90 Mile Beach kann manchmal problematisch werden, daher auf jeden Fall für den ersten Tag genug mitnehmen.


Wie lange benötige ich für den Trail, wenn ich ihn an einem Stück gehen möchte? Als erstes sei gesagt : Hike your own hike!

Immer wieder werden dir andere Wanderer auf dem Trail begegnen, die dich vielleicht schief von der Seite angucken, wenn du nicht mindestens mehr als 30 km /d wanderst und dein Gepäck vielleicht nicht ultralight ist. Lass dich davon nicht verunsichern. Die Zeit wird trotz der beachtlichen Länge viel zu schnell vorbei gehen und wir können nur von unserer Seite empfehlen jeden Tag zu genießen.Wenn das Wandern für euch bedeutet euer Zelt nach 5 Stunden absolvierte Gehzeit aufzustellen, dann ist das legitim. Die benötigte Zeit ist abhängig von deiner Kondition, psychischen Stärke und Motivation. Wir haben einige Wanderer erlebt, die für den gesamten Trail 4 Monate benötigt haben. Manche konnten sich aufgrund des Visums keine Zeit lassen, andere wiederum hatten einfach sehr viel Spaß daran täglich etliche Kilometer zurückzulegen um ihren Körper an die eigenen Grenzen zu bringen. Wir für unseren Teil haben uns 5 Monate Zeit gelassen. Wir wollten jeden Tag so gut wie es ging mit all seinen Facetten erleben und nicht durch die Landschaft hetzen. 5 Monate sind ein Zeitraum, den ich jedem empfehlen kann. Hier gibt es genug Spielraum um Gelegenheiten die sich entlang des Trails anbieten werden, wahr zu nehmen, ohne dabei unter Zeitdruck zu geraten.


Wie viel Essen sollte ich mittragen?

Wie viel ihr tragt, das ist eure Entscheidung, denn nur ihr wisst wie lange ihr von A nach B braucht und folglich wie viel Essen ihr tragen müsst, bis ihr wieder einkaufen könnt,


Wo kann ich auf dem Trail einkaufen? Mittlerweile gibt es etliche Wanderer die sich die Mühe gemacht und Tabellen erstellt haben, auf denen die besten Resuply Orte aufgeführt sind. Zum Beispiel findet ihr eine schöne Auflistung hier : https://tawiki.org/wiki/Resupply In Neuseeland sind die Geschäfte, außer an ein paar wenigen Feiertagen auch immer Sonntags geöffnet,


Auf der Südinsel gibt es einige Sektionen, an denen man die Wahl hat entweder den Trail zu verlassen und in die nächst gelegene Stadt zu trampen um dort die Einkäufe zu erledigen oder man schickt sich Essenspakete voraus. Die Adressen an die man seine Pakete schicken kann sind im TA – Wiki aufgeführt ( siehe oben ).


Wo bekomme ich Gas ( Schraubkartuschen ) oder Spiritus her?

– Spiritus gibt es fast in jedem Supermarkt. In Neuseeland läuft er unter dem Namen” Methylated Spirits ” oder einfach “Meth” – Gas gibt es in jedem Outdoorladen, ( z. B McPack, Bivouac, Kathmandu ), Jagdshop (” Hunting & Fishing” ), und ab und an auch im “The Warehouse”.

Wo bekomme ich Wasser her? Nur ganz selten ist die Beschaffung von Wasser in Neuseeland ein Problem. In der Regel gibt es genügend Wasserquellen am Trail. Ist man allerdings nicht in den Bergen unterwegs, empfiehlt es sich das Wasser immer zu Filtern oder mit UV Licht/ Chlor, Jod zu behandeln und bei Bedenken abzukochen. An sehr heißen Tagen, die länger anhalten, kann sich , ( auch in fließenden Gewässern ) der Erreger “Giardia” entwickeln. Er verursacht unschöne Magen – Darm – Infekte die zu starkem Erbrechen und Durchfall führen können, die nach Gesundheitszustand des Patienten ärztlich behandelt werden sollten. Da der Parasit relativ schwer ist, wird offiziell empfohlen bei Wasserentnahme aus Bächen, das Wasser nicht direkt dort zu entnehmen wo es fließt, sondern dort wo das Wasser zur Ruhe gekommen ist, z.B am Uferrand. Hier wird das Wasser dann von der Oberfläche abgeschöpft. Man geht davon aus, das Giardia aufgrund seines Gewichtes zu Boden sinkt und durch das Abschöpfen vermieden wird, das er ins Trinkwasser gelangt. Auch UV – Licht tötet Giardia ab.


Wie komme ich von der Nord – Auf die Südinsel? Zwei Fährkompanien operieren mehrmals täglich zwischen der Nord- und der Südinsel -Die Bluebridge Fähre https://www.bluebridge.co.nz/de/ – Die Interislander Fähre https://www.greatjourneysofnz.co.nz/interislander Auch hier gibt es immer wieder Specials. Es lohnt sich ab und an mal vorab vorbeizuschauen.


Wetter Da das Wetter in Neuseeland schnell umschlagen kann, informiert euch bitte immer über die aktuelle Wetterlage. Besonders wenn ihr in die Berge geht informiert euch entweder im nahe gelegenen Doc Office, oder über die spezielle Mountain Forecast und dem MetService nach der aktuellen Wetterlage, den Temperaturen, Niederschlag und Wind. Wetter Apps würde ich nicht empfehlen. Sie sind zu ungenau. – MetService https://www.metservice.com/national/home Mountain Forecast https://www.mountain-forecast.com/weather_maps/New-Zealand


Navigation

Ihr habt die Möglichkeit, klassisch per Karte und Kompass zu navigieren, oder per GPS. Wie ihr letztendlich navigiert, das müsst ihr entscheiden. Wer ein GPS benutzt möchte bitte denkt daran, das ihr immer genügend Ersatzbatterien einpackt. Wir sind mit Karte und Kompass gelaufen, das zu 99,9 % sehr gut funktioniert hat. Die Abweichung spielte keine Rolle


Buchtipp Offizielles TA Buch mit Wegbeschreibung und Karten, die einen guten Überblick schaffen. Karten sind nicht zum Navigieren geeignet. https://www.aoteanz.com/products/a-walking-guide-to-new-zealand-s-long-trail-te-araroa Mittlerweile lohnt es sich auch mal bei Amazon oder Ebay reinzuschauen. Öfters werden dort gebrauchte Auflagen privat verkauft.


Welche Karten brauche ich? Auf der Offiziellen TA – Homepage gibt es die Karten und Trailinfos aller Sektionen zum Download. Mittlerweile findet man im Netz auch Karten in PDF – Format, z.B. um sie auf den Kindle zu laden GPS – File oder Smartphone Apps unter anderem die "Guthook Guide App" von "Atlas Guide" wird unter den Wanderungen empfohlen. Wie verlässlich die App´s funktionieren kann ich nicht sagen. Hier sollte jeder für sich entscheiden. Sicherheit geht immer vor!


Nützliche Links – Die offizielle Te Araroa Seite https://www.teararoa.org.nz/northland/ – Te Araroa Wiki https://tawiki.net/wiki/Main_Page


Jedes Jahr wird auf Facebook eine neue Gruppe für die aktuelle Wandersaison erstellt. Es lohnt sich Mitglied zu werden. Dort könnt ihr Fragen stellen, euch mit anderen Wanderern kurzschließen, Verabredungen organisieren, austauschen. Sucht nach ” Te Araroa” z.B 19/20


Unser Te Araroa Trail

Wer die Chance, die Fitness, das Geld, die Zeit hat, dem kann ich den Trail nur ans Herz legen. Neuseeland ist ein Land von atemberaubender Schönheit und es zu Fuß erkunden zu können schafft eine ganz besondere Bindung zum Land und zur Bevölkerung.

Wer allerdings denkt der Trail sei einfach, oder ist wohlgeformt wie manche in Amerika, den weise ich hier dringlich darauf hin das das nicht so ist!! Ich sage nicht das es weniger anstrengend ist, aber sicherlich auch nicht einfacher. Wege gibt es oft keine. Die Füße sind aufgrund der vielen Bach- und Flussüberquerungen fast immer nass und dreckig vom vielen Schlamm. Der Sand knirscht zwischen den Zähnen. Es ist oft ein sehr mühsames vorwärts kommen. Das eigene Gepäck, Wurzeln, Steine, tiefer Matsch, Sümpfe, sehr steile, manchmal fast vertikale An- und steile Abstiege mit Kletterpassagen erschweren das Gehen. Volle Konzentration ist erforderlich. Jeder Schritt muss sitzen und es sollten keine leichtsinnigen Entscheidungen getroffen werden. Wen das nicht abschreckt, der hat ein fantastisches Abenteuer vor sich. Die Freundlichkeit der neuseeländischen Bevölkerung ist kein Mythos und kennt manchmal keine Grenzen. So kam es, das wir mehrfach von den Kiwis nach Hause eingeladen und dort mehrere Tage komplett von Ihnen umsorgt wurden. Es haben sind Freundschaften entwickelt, die auch heute noch Bestand haben. Ich kann euch nur empfehlen die Gelegenheiten, die sich vielleicht entlang des Trails auftun , wahrzunehmen.

Es wird eure Zeit und die, die nach dem Trail kommt bereichern und die Zeit wird unvergesslich werden.




Unser Trail in Bildern ( die Reihenfolge ist nicht sortiert )




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